Hamburg 04.03.2026
Heute hat die Europäische Kommission ihre lang erwartete Europäische Maritime Industriestrategie vorgestellt. Ziel der Strategie sei es, „die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der europäischen maritimen Industrie zu stärken und Europas technologische Führungsrolle auszubauen“.
Mit dieser Initiative greift die Kommission zentrale Forderungen der maritimen Industrie auf.
Der VSM begrüßt insbesondere den klaren Fokus der Strategie auf Angebots- und Nachfragestärkung. Anreize für Reeder, europäische Hersteller zu beauftragen, kombiniert mit verbesserten Finanzierungsinstrumenten für Investitionen in moderne, effiziente und klimafreundliche Produktionsprozesse, sind entscheidend, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche dauerhaft zu sichern.
„Die europäische Maritime Industriestrategie ist ein starkes Signal. Sie erkennt an, dass Schiffbau und Meerestechnik systemrelevant für Europas wirtschaftliche Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und technologische Souveränität sind. Deutschland ist in Europa die führende Industrienation auch in der gesamten Wertschöpfungskette von Schiffbau und Meerestechnik. Damit die Strategie spürbar Wirkung in der Realwirtschaft zeigt, müssen vor allem die Mitgliedsländer handeln. Die Bundesregierung ist sich dessen bewusst, denn sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Kommission die maritime Industriestrategie vorgelegt hat. Jetzt kommt es auf pragmatisches, ergebnisorientiertes Handeln an.“, erklärt Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des VSM.
Die Branche hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2035 sollen europaweit 10.000 nachhaltige und digitalisierte Schiffe gebaut oder modernisiert werden – sowohl in den bereits heute erfolgreichen Leitmärkten komplexer Hightech-Schiffstypen wie Marineschiffen, Kreuzfahrtschiffen, Yachten und Spezialschiffen als auch in aufstrebenden Technologiefeldern, etwa der Unterwassertechnik und autonomen Systemen sowie beim Schutz, der Reparatur und der Wartung kritischer Unterwasserinfrastruktur. Ebenso umfasst dies Schiffe zur Sicherstellung der europäischen Binnen- und Kurzstreckenverkehre sowie vielfältigen Aufgaben im Hafen- oder Offshoreeinsatz einschließlich Wartung, Reparatur, Umbau und Retrofit.
Die neue maritime Industriestrategie der Europäischen Kommission setzt Impulse, um Innovationen zu beschleunigen, industrielle Kapazitäten auszubauen und Europa als globalen Technologieführer im nachhaltigen Schiffbau weiter zu stärken. Die deutsche Schiffbau- und Meerestechnikindustrie ist ein strategischer Pfeiler für die maritime Sicherheit, industrielle Resilienz und technologische Souveränität Europas. Sie sichert nicht nur hochwertige industrielle Wertschöpfung, Innovationskraft und gute Beschäftigung, sondern agiert in einem sehr dynamischen Marktumfeld mit erheblichen Wachstumschancen.
Über Jahrzehnte hinweg sah sich die Branche einem massiv verzerrten globalen Wettbewerb gegenüber, auf den die EU keine effektive Antwort gefunden hat. Vor diesem Hintergrund kann die nun vorgelegte maritime Industriestrategie der Europäischen Kommission zu einem industriepolitischen Meilenstein und Wendepunkt werden.
Der VSM wird sich weiter aktiv in die europäischen Dialogformate einbringen und gemeinsam mit Politik, Reedern, Finanzakteuren und Industriepartnern an einer praxisnahen Umsetzung arbeiten. Die Europäische Union hat einen entscheidenden Schritt getan. Nun gilt es, die Strategie in konkrete Projekte, Investitionen und Aufträge zu übersetzen – für nachhaltiges Wachstum, technologische Exzellenz und eine starke maritime Industrie in Deutschland und Europa.
Die Pressemitteilung der EU-Kommission kann hier eingesehen werden:
